Prozessoptimierung meets Nachhaltigkeit

Ein Beitrag von DDIM Interim Manager Udo Janetzki aus der DDIM.fachgruppe // Prozessoptimierung

Getrieben durch die neueste Gesetzgebung der Bundesregierung vom Mai 2021 und die europäischen politischen Diskussionen um den Klimawandel, gepaart mit der gesellschaftlichen Verantwortung für unsere Nachwelt, steht der Begriff Nachhaltigkeit (Sustainability) inzwischen auf der Agenda vieler Unternehmen ganz oben. An der Umsetzung in konkrete Maßnahmen und neue Prozesse hapert es aber derweilen noch. Dementsprechend ist auch die Zuständigkeit für das Thema aus dem Bereich des Umweltbeauftragten inzwischen in den meisten Betrieben in die Geschäftsführung gerückt.

Nachhaltigkeit als Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung

Neben der Digitalisierung ist dies das zentrale und zukunftsweisende Thema unserer Zeit. Staatliche Lenkungsinstrumente alleine, wie zum Beispiel die Ausweitung des Emissionshandels oder die Erhöhung der CO2 Steuern reichen nicht aus. Verantwortungsvolle Unternehmen müssen ihre Geschäftsprozesse in allen Bereichen hinterfragen.

„Nachhaltigkeit prägt neue Prozesse, neue Prozesse prägen die Nachhaltigkeit.” 

  • Was bedeuten Nachhaltigkeitsthemen für mein Geschäftsmodell und meine Prozesse im Unternehmen?
  • Welche Anforderungen haben meine Stakeholder und was bedeutet das für mein Unternehmen insgesamt?
  • Welche Erwartungen an Nachhaltigkeit können kurz- und mittelfristig Kaufentscheidungen maßgeblich beeinflussen?
  • Welche Chancen und Risiken entstehen in meinen Prozessketten in der Beschaffung, in der Produktion, in der Logistik, im Vertrieb und Marketing, in der Kommunikation, in meiner unternehmerischen Außendarstellung, mit Kunden usw.?
  • Wie können zum Beispiel die Kosten durch Kreislaufwirtschaft oder durch neue Geschäftsprozesse gesenkt werden?
  • Wie können Unternehmen eine prozessorientierte Balanced Scorecard (BSC) auf Nachhaltigkeit trimmen?

Wer diese Fragen rechtzeitig, strukturiert und richtig beantworten kann, gewinnt im Wettbewerb einen Vorsprung. Falls diese Fragen Gegenstand von Prozessoptimierungen in Ihrem Unternehmen sind, dann sind Sie bei den Experten der DDIM.fachgruppe // Prozessoptimierung in der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) gut beraten.

Aus der Konsum- und Gebrauchsgüterbranche weiß man, dass nachhaltig operierende Unternehmen eine um drei Prozent höhere Ebit Marge als weniger nachhaltige Unternehmen erzielen. Höhere Preise und geringere Kosten sind wesentliche Einflussfaktoren auf den Unternehmensgewinn. Energieeffizienz zählt zu den wirksamsten Stellschrauben.

Bei Banken gelten inzwischen Investments ohne Nachhaltigkeitsziel als riskant und können zu höheren Finanzierungskonditionen führen. Umgekehrt heißt das: Nachhaltige Investitionen von Unternehmen sind mit günstigeren Konditionen möglich.

Die Verantwortung eines Unternehmens gegenüber der Gesellschaft, die Corporate Social Responsibility (CSR), ist inzwischen also nicht mehr nur eine Randnotiz, sondern elementarer Bestandteil der übergeordneten Strategie. Sie stellt somit einen Anlass für eine strategische Neuausrichtung und operative Transformation der Geschäftsprozesse dar. Drei Viertel aller Unternehmen sehen das Thema Nachhaltigkeit und die damit einhergehende Gestaltung bzw. Optimierung von Geschäftsprozessen als Notwendigkeit für die Zukunftsfähigkeit und als Chance für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit an.

Dennoch haben sich die meisten Unternehmen noch keine Gedanken über eine Nachhaltigkeitsstrategie und deren Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse gemacht. Hindernisgründe sind oftmals das Fehlen von Fokus, Transparenz, Messbarkeit und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Vermeintliche geringe Relevanz kann schnell umschlagen, wenn ein Wettbewerber einen beachteten Standard setzt. Kurzfristig hat die Corona-Pandemie und die mangelnde Kapazität an qualifiziertem Personal die nachhaltige Prozessoptimierung etwas in den Hintergrund gerückt.

Die Lösungen müssen nicht immer kompliziert sein. Zwei Beispiele dafür, wenn sie auch keine Nachhaltigkeitsstrategie ersetzen:

  • Ein Gebrauchsgüterkonzern hat durch die Analyse seiner Lieferkettenprozesse festgestellt, dass einige Planungsparameter in seinem ERP System nicht richtig gepflegt wurden. Jedes Mal, wenn ein Produkt von China geschickt werden sollte, plante das System dafür automatisch nur zwei Tage ein. Eine Lieferung musste also per Flugzeug und Expressversand erfolgen. Eine schlichte Anpassung der Parameter hat dafür gesorgt, dass die Produkte nun langfristiger geplant und deutlich kostengünstiger und nachhaltiger per Schiene verschickt werden können.
  • Auch die einfache Umstellung der Hallenbeleuchtung auf LED-Technologie spart viele tausende Kilowattstunden Strom pro Jahr und ist ein richtiger Schritt, um CO2 Emissionen zu sparen.

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel bestimmen zunehmend die Schlagzeilen in den Medien

Die Zeiten, in denen Unternehmen nur Profit machen mussten, sind in den Augen der beteiligten Markteilnehmern, wie Inhaber, Aktionäre, Private Equity Firmen, Banken, Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft, vorbei. Dies gilt besonders, wenn dieser auf Kosten Dritter erzielt wird. Der Klimawandel zeigt sich bereits gravierend. Symptome sind verunreinigte Böden, Flüsse und Meere, Dürreperioden, die Großfeuer in Australien und Kalifornien, verendete Tiere mit Mägen voller Plastikmüll usw.

Immer häufiger müssen sich Unternehmen kritischen Fragen von Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit stellen, was sie in puncto Nachhaltigkeit und mit Ihren Geschäftsprozessen zu tun gedenken. Unternehmerischer Weitblick sieht in der neuen nachhaltigen Gestaltung bzw. Optimierung von Prozessen keinen Kostenfaktor, sondern die Chance auf neue Geschäftsmodelle, durch nachhaltige Produkt- und Prozessinnovationen und erweiterte eigene Wertschöpfungsketten.

Eine Firma ist nicht länger nur zum Geld verdienen da, sie soll auch für die Mitarbeiter und Kunden etwas Gutes in der Welt bewegen. Der Shareholder Value als alleiniges Unternehmensziel ist passé. So schreiben es sich immer mehr Unternehmen und Konzerne auf ihre Fahnen. Der Purpose, gemeint ist mit diesem Anglizismus das sinnstiftende Handeln eines Unternehmens, setzt sich neben der Gewinnmaximierung mehr und mehr durch.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) bündelt in diesem Sinne die Stimmen von mittelständischen Unternehmen, mit dem Ziel der Förderung des ökologischen und des sozialen Wirtschaftens neben der ökonomischen Zielsetzung durch die Transformation bzw. Optimierung bestehender Geschäftsprozesse und -modelle.

Die Mitglieder der DDIM.fachgruppe // Prozessoptimierung beschäftigen sich auch mit diesen Fragen der Nachhaltigkeit, neben den klassischen traditionellen Zielen einer Prozessoptimierung und deren Tools und Ergebnissen. Die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von nachhaltigen Prozessen im Unternehmen sensibilisiert alle Beteiligten und führt zu einer schrittweisen Auflösung von Zielkonflikten. Die Betonung liegt auf schrittweise, denn mitunter ist es ein weiter Weg.

Gerne helfen wir Ihnen dabei. Nutzen Sie in Ihrem Unternehmen temporär und flexibel die langjährige Erfahrung, die Umsetzungsstärke und gestandene internationale Führungserfahrung unserer Interim Managerinnen und Manager!

Wir freuen uns auf den Kontakt mit Ihnen!

Der Autor

DDIM Interim Manager Udo Janetzki ist seit über 40 Jahren im Management von produzierenden Unternehmen in der Gebrauchs- und Konsumgüterindustrie tätig. Davon 30 Jahre als angestellter Manager und seit 2010 als Interim Manager. Seit dieser Zeit ist er auch DDIM Mitglied. In seinen Mandaten hat er den Schwerpunkt Supply Chain Management, General Management und Change Management. Seine häufigsten Einsatzbranchen sind der Maschinenbau und die Metall- und Elektroindustrie. Als Interim CEO, CRO, CTO und VP Supply Chain versteht er es, durch nachhaltige Verbesserung der Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle seine Auftraggeber zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Auf seiner Homepage finden Sie weitere Informationen zu seinen Kernthemen. Weitere Infos finden Sie hier.

Bei Fragen kontaktieren sie bitte jederzeit: info@udojanetzki.de